Aufgabenstellung
Als der Hermes Turm 1956 errichtet wurde, war der Besucheraufzug zur Plattform mit seinen 6 m/sec der schnellste in Europa. Für die anstehende Totalsanierung sollte ein freilaufender Panoramaaufzug ohne Schacht entworfen werden. Die Anlage sollte zwischen zwei Pilonen frei laufen und für Allwetterbetrieb ausgelegt sein.
Spezifische Anforderungen
Die wettermäßig ungeschützte Lage bringt, ebenso wie die vorhandenen Gegebenheiten, etliche Komplikationen mit sich.
Die unter diesen Bedingungen vorgeschriebene Notbefreiung konnte auf herkömmliche Weise nicht gewährleistet werden, Sondermaßnahmen mussten konstruiert werden. Durch die räumliche Enge stand kein herkömmlicher Maschinenraum zur Verfügung, bei kaltem Klima drohten die Schwellen und Kämpfer zu vereisen, ebenso hätten bei Regen und Frost die Seile frieren und durch Gegeneinanderschlagen Schaden nehmen können. Da kein Hängekabel realisierbar war, mussten Alternativmaßnahmen entwickelt werden, um die Kabine mit Strom zu versorgen, und die Kommunikation zwischen Kabine und Steuerung zu ermöglichen.
Wäre das Gegengewicht aus irgendwelchen Gründen im freien Fall in die Grube gefallen, wäre das Fundament des Turmes beschädigt worden, und der Turm hätte umstürzen können. Alle bisher bekannten Möglichkeiten das Gegengewicht zu fangen oder den Fall unmöglich zu machen ließen sich nicht realisieren, auch hier waren kreative Sonderlösungen zwingend notwendig.
Maßnahmen
Das Ergebnis der Planungsarbeit von H&P beim Hermes Turm ist eine Anlage mit vielen optischen und technischen Finessen, die auch allen wirtschaftlichen Anforderungen gerecht wurde.
So ist die Kabine klimatisiert, eine Funkfernsteuerung eingebaut und entscheidende Stahlteile bzw. Komponenten werden beheizt. Antrieb und Steuerung sind räumlich getrennt und in Turmfuß und Turmkopf untergebracht. Für die Seilaufhängung und die Gefahr durch einen Gegengewichtsabsturz haben wir uns ganz spezielle Sonderkonstruktionen einfallen lassen.